Urnengang vom

29 November 2026
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Bund
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1 Zusatzfinanzierung AHV durch Erhöhung der Mehrwertsteuer

Die vom Volk angenommene 13. AHV kostet jährlich vier Milliarden, in zehn Jahren dann 5 Milliarden. Schon bei der Abstimmung war klar, dass das Lieblingsszenario der Linken, nämlich die Finanzierung über Lohnbeiträge, nicht durchkommen würde. Als Kompromiss erhöhen GLP, Mitte und Linke die Mehrwertsteuer um 0,4% auf 8,5 Prozent, wobei Güter wie Lebensmittel beim heutigen tieferen Satz von 2,6% bleiben. Trotzdem dürfte die Erhöhung etwa wegen gestiegener Transportkosten alles verteuern. Diese Einnahmen decken aber nur die Hälfte der Kosten der 13ten, das heisst, die AHV-Reserven sinken bloss langsamer. Die Zukunft der AHV-Finanzierung soll in einem zweiten Schritt in einer grossen Reform geklärt werden. Das ist auch das Ziel der FDP und SVP, die mit ihrem Nein Druck machen wollen, dass Themen wie eine Rentenaltererhöhung auf den Tisch kommen. Allerdings: Sogar wenn man ein höheres Rentenalter befürwortet, legt fianzpolitische Vernunft ein Ja nahe, da sich links und rechts bei Reformen jeweils blockieren und eine gesicherte AHV-Finanzierung in weiter Ferne ist.

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2 Initiative zur Einschränkung von Feuerwerk

Lautes Feuerwerk soll verboten werden, weil es Mensch und Tier zusetzt. Ausgenommen wären öffentliche Feuerwerke, sowie nicht lärmende wie etwa Vulkane. Die Nein-Seite stört der Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit und sie argumentiert, die Kantone könnten heute schon Vorschriften entlassen. Den Entscheid dürfte leiten, ob man selbst gerne Krach veranstaltet oder einem die Knallerei auf den Wecker geht.

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Nein Parole

3 Initiative «Ja zu fairen Bundessteuern auch für Ehepaare»

Ehe- und Konkubinatspaare werden unterschiedlich besteuert. Das schafft die Individualbesteuerung ab, die wir unlängst angenommen haben: Jede Person versteuert für sich. Nun will eine Initiative, die noch von der katholischen CVP stammt, dass Ehepaare doch gemeinsam besteuert und Ehen gegenüber anderen Lebensmodellen privilegiert werden. Unterstützung hat die Mitte nur gerade von der SVP und religiösen Kleinparteien, ansonsten sagen die relevanten Parteien von Links bis zur FDP Nein.

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4 Kriegsmaterialgesetz

Seit Russland die Ukraine angegriffen hat und die USA den Nato-Schutzschirm über Europa zurückfährt, braucht die Schweiz eine Waffenindustrie, will sie ihre militärische Verteidigung sicherstellen. Heute untersagt die Schweiz den Export in Länder mit einem internen oder externen Konflikt, und sie verbietet die Weitergabe verkaufter Waffen. Das bedeutet, dass europäische Nato-Staaten etwa bei einem Angriff Russlands aufs Baltikum keinen Nachschub mehr bekämen und sich untereinander nichts weitergeben dürften. Darum hat das Parlament die Regeln gelockert. In 36 Länder Europas, in die USA oder Argentinien könnte auch im Konfliktfall exportiert werden. Dazu kommen weitreichende Ausnahmebewilligungen, die der Bundesrat festlegt. Die SVP hat durchgesetzt, dass die Ukraine keine Waffen erhält. Die Linke befürchtet, dass Waffen einfacher in Unrechtsstaaten und in die Hände von Terroristen gelangen könnten. Und argumentiert, dass die Schweizer Rüstungsindustrie schon heute floriert. Nein sagen deshalb Linke und NGOs, Ja, die Bürgerlichen, GLP und Wirtschaftsverbände. Nein stimmt, wer glaubt, Waffen seien generell falsch, Nein stimmt, wer sicherstellen will, dass Schweizer Waffen in keinen Konflikten oder Unrechtsstaaten landen. Ja stimmt, wer Sicherheit durch Bewaffnung in gefährlichen Zeiten höher gewichtet als pazifistische oder moralische Argumente.

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Achtung

Kommentar: Wie finanziert man eine 4-Milliarden-Giesskanne?

Mit Altersarmut lässt sich gut Politik machen. In der Stadt Zürich hat eine Vorlage gute Chancen, die weitere 100 Millionen in Alterswohnungen stecken will und einen Automatismus vorsieht: Mit zunehmender Alterung der Gesellschaft erhalten Alte einen grösseren Teil der begehrten billigen städtischen Wohnungen. Und ab Dezember werden mit der 13. AHV vier Milliarden verteilt, ein Beitrag, der wegen der Alterung auf 5 Milliarden steigen wird. Nun ist Altersarmut ein reales, drängendes Problem. Allerdings kein generelles. Von Armut betroffen sind nur gerade 7,5% der Verrenteten, etwa die Hälfte der 15%, die wenig Einkommen aus AHV und 2. Säule erhalten, haben Vermögen. Keine Generation ist so begütert wie die Rentner und Rentnerinnen. In der Schweiz werden jedes Jahr rund 95 Milliarden vererbt an durchschnittlich 60-Jährige, und das Vermögen ist am höchsten bei Eintritt ins Pensionierungsalter. Warum also eine 13. AHV? Der Grund ist reine Ideologie. Auf der Linken gilt der Glaubenssatz, dass jeder AHV-Ausbau zu begrüssen sei, weil die AHV im Lohnumlageverfahren finanziert wird. Ein Bankdirektor zahlt gleich viel Prozente seines Lohns wie seine Sekretärin, also sehr viel mehr, erhält aber nicht sehr viel mehr zurück. Damit ist die AHV eine Umverteilungsmaschine. Das Problem: Wegen der Alterung reicht das Umlageverfahren nicht mehr, die AHV gerät schon bald in Schieflage. Und die Mehrwertsteuervorlage finanziert bloss die Hälfte der zusätzlich anfallenden Kosten der 13. AHV. Das Argument, dass jeder AHV-Ausbau sozial sei, entfällt damit. Und es gehört zu den Lebenslügen der Linken, dass sie jetzt für die Mehrwertsteuererhöhung kämpft. Noch im Abstimmungskampf für die 13. AHV hatte die Linke stets posaunt, wie unsozial eine Finanzierung über die Mehrwertsteuer sei. Dabei wusste, wer sich mit Schweizer Politik und Machtverhältnissen ein wenig auskennt, dass eine reine Finanzierung über Lohnprozente nicht durchsetzbar wäre. Einmal abgesehen davon, ob in Zeiten, in denen KI immer mehr Arbeit übernimmt, eine Verteuerung der Arbeit klug wäre. Jedenfalls: Der Widerspruch, dass man mehr Mehrwertsteuer als unsozial sieht, und sie jetzt doch fordert, führt zu einer Spaltung in der Linken. So kämpfen die Juso oder die Gewerkschaft VPOD gegen die Mehrwertsteuererhöhung.

Für die Behauptung, dass ein Ja sozial und generationengerecht sei, muss Ex-Gewerkschaftsboss Rechsteiner in seiner Kolumne ein an den Haaren herbeigezogenes Argument bemühen, nämlich, dass die Jungen von der 13ten AHV profitieren würden, weil sie dann nicht für ihre arme Grossmutter aufkommen müssten. Nochmals: Keine Generation in der Schweiz ist so reich wie die Alten. Und bei der Abstimmung über die 13te gab es einen Gegenvorschlag, bei dem die bedürftigen Alten mehr profitiert hätten. Dass die 13te durchkam, ist aber nicht nur linken Glaubenssätzen geschuldet, sondern auch der Tatsache, dass die Alten am häufigsten abstimmen und sich für ihre Interessen einzusetzen wissen.

Das ist nicht nur in der Schweiz so. Wegen der steigenden Lebenserwartung nimmt der Anteil Alter in allen fortgeschrittenen Gesellschaften rasant zu. Rentenreformen lassen sich kaum realisieren, das ist in Deutschland so oder in Frankreich, wo die Kassen leer, die Schulden hoch sind, und die Renten ein Viertel des gesamten Staatshaushaltes verschlingen.

Was heisst das für die Mehrwertsteuervorlage? Klar ist, es braucht eine Reform der AHV und ihrer Finanzierung, damit die AHV langfristig gesichert ist. Auch wenn der AHV-Fonds momentan gut gefüllt ist. Zumal seit Längerem wirtschaftliches Schönwetter herrscht, die nächste Krise aber so sicher kommt, wie das Amen in der Kirche. Einmal ganz abgesehen von den Verwerfungen, die mit der KI-Revolution drohen. Oder einem Krieg in Europa.

Bei der Reformunfähigkeit der Politik und dem Schneckentempo Berns dürfte eine langfristig stabile AHV-Vorlage in weiter Ferne sein. Deshalb ist es auf jeden Fall angezeigt, dass man wenigstens die Hälfte der Rechnung der 13ten mit der Mehrwertsteuer finanziert, ob unsozial oder nicht. Denn das Kalkül von SVP und FDP, dass man mit mehr Finanznot dann eine ihnen genehme Lösung wie die Rentenaltererhöhung durchdrücken könnte, dürfte ein frommer Wunsch bleiben. Und da die 13te beschlossene Sache ist, braucht es eine Finanzierung. Dabei ist der GLP, die sich sonst gerne finanzpolitisch diszipliniert gebärdet, vorzuhalten, dass sie die Finanzierung der zweiten Hälfte über Lohnprozente versenkt hat.

Jedenfalls: Die jetzige Vorlage ist das Realistischste, was man hat. Zu hoffen bleibt, dass möglichst viele des überwiegenden Teils der Rentnerinnen und Rentner, die nun wirklich kein weiteres Geld benötigen, von all den Initiativen Gebrauch machen, die dazu aufrufen, die 13te an Karitatives zu spenden.

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Stadt Zürich
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A/B/C - Alterswohnen

A Volksinitiative «Ja zu 20 Prozent Alterswohnungen in städtischen Liegenschaften»

Die SVP-Initiative will, dass 20 Prozent der Wohnungen in städtischen Liegenschaften altersgerecht eingerichtet und für Leute ab 60 abgegeben werden. Da aber ohnehin kaum jemand aus seiner billigen Stadtwohnung auszieht, besetzen Alte heute schon 19 Prozent der Wohnungen.

Ja zur Initiative sagen SVP und Mitte, alle anderen lehnen sie ab.

B. Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Ja zu 20 Prozent Alterswohnungen in städtischen Liegenschaften»

Der Stadtrat wollte einen Gegenvorschlag, der vorsieht, dass der Anteil an Alterswohnungen nicht pro Liegenschaft, sondern über den ganzen Bestand gerechnet wird. Zusätzlich soll der Prozentsatz mit dem steigenden Anteil Alter an der Bevölkerung automatisch erhöht werden. Der ausgabenfreudige linke Gemeinderat hat gleich nochmals 100 Millionen für die Stiftung Alterswohnungen SAW dazu gepackt. Das lehnt der Stadtrat ab, weil die SAW schon 2024 100 Millionen erhielt, mehr noch, aber weil Zürichs Schulden wachsen. Nein sagen auch SVP, Mitte und FDP, letztere argumentiert, dass bei beiden Vorlagen nicht mehr Wohnungen entstehen. Derweil sind SP, Grüne und GLP für die Vorlage.

C. Stichfrage: Falls sowohl die Volksinitiative (A.) als auch der Gegenvorschlag (B.) angenommen werden?

Linke und GLP sind für den Gegenvorschlag (B), die Bürgerlichen für die Initiative (A).

Wen die Schuldenwirtschaft oder die automatische Erhöhung des Anteils von Alterswohnungen stört, favorisiert in der Stichfrage die Initiative und lehnt den Gegenvorschlag oder beides ab. Wer es richtig findet, dass der Anteil Alter in städtischen Liegenschaften mit der Alterung der Gesellschaft automatisch steigt, und dafür 100 Millionen ausgeben will, sagt ja zum Gegenvorschlag und präferiert ihn in der Stichfrage. Wobei es gut möglich ist, dass die Initiative gar nicht durchkommt, womit die Wählerschaft aus Linken und GLP dem Gegenvorschlag zum Durchbruch verhelfen dürfte.

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Friedensrichterinnenwahl im Kreis 7 & 8

Zur Auswahl stehen die Rechtsanwältin, Mediatorin und Lehrerin Andrea Classen (FDP), die auch von der GLP, der Mitte und der SVP unterstützt wird, sowie Sabine Ziegler (SP), Ex-Kantonsrätin und Umweltwissenschafterin, die von Grünen und der AL unterstützt wird.